Wildbienenhäuser im Schwarzwald

Wildbienenhaus
Kleines Wildbienenhaus

Anläßlich des starken Rückgangs von Insekten im Allgemeinen und von Wildbienen im Besonderen begann die Musella-Stiftung im Jahr 2018 dieses Projekt, welches seit 2020 von dem Musella-Institut im Rahmen des Gesamtprojekts „Schwarzwaldhof“ fortgeführt wird: Mit der Aufstellung von Wildbienenhäusern auf dem Gelände landwirtschaftlicher Betriebe wird die Wildbienenpopulation durch das Angebot von Nisthilfen gestärkt.

Hierfür beauftragt das Institut fachkundige Schreiner vor Ort mit der Konzeption und dem Bau von Wildbienenhäusern nach naturschutzspezifischen Gesichtspunkten. In der Folge werden diese im Frühling durch Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer des Instituts auf Flächen installiert, die von den jeweiligen Land- und Forstwirten zur Verfügung gestellt wurden. Für das Gelingen der Maßnahme verpflichten sich die Betriebe bestimmte ökologische Voraussetzungen zu erfüllen: So müssen im unmittelbaren Bereich des Wildbienenhauses Blühwiesenstreifen einer gewissen Größe vorhanden sein, ebenso sollte das nähere Umland nur zur extensiven Beweidung genutzt werden.

Wildbienenhaus
Großes Wildbienenhaus

 

 

 

 

Im Rahmen des Projektes werden seit dem Jahr 2018 zwei unterschiedliche Modelle von Wildbienenhäusern verwendet, die sich nach den ersten Auswertungen bewährt haben und daher auch in den Folgejahren zum Einsatz kommen werden: Auf abgelegenen Wiesen installiert das Institut einfache Häuser mit einer Höhe von 1,7 m sowie einer Breite von 0,4 m. Auf gut erreichbaren Flächen mit ausladenden Blühstreifen, meist im direkten Hofumfeld, wurden Wildbienenhäuser mit Rotationsmodulen aufgestellt. Diese mit 1,1 m breiten Korpus deutlich geräumigere Variante erleichtert durch die einzelnen, herausnehmbaren Segmente die kontinuierliche Wartung der verschiedenen Nistmöglichkeiten, wodurch eine langfristige Nutzung des Hauses an diesem Standort gewährleistet werden kann.  

 

Wildbienenhaus
Endkontrolle nach dem Aufbau

 

Durch die enge Verzahnung des Projekts mit den bereits angeführten Katzenkastrationen wurden für die erste Aufstellungsphase im Jahr 2018 vorwiegend Höfe in den Gemeinden Breitnau, Buchenbach und St. Märgen zur Bereitstellung geeigneter Flächen gewonnen. Dort konnten in den Monaten April und Mai 2018 insgesamt 12 Wildbienenhäuser installiert werden. Vor dem Hintergrund der großen Nachfrage seitens der Hofbesitzer wurde einhergehend mit dem erweiterten Einzugsbereich des Katzenkastrationsprojekts auch das Aufstellungsgebiet der Wildbienenhäuser auf die Region ausgedehnt. So wurden im Jahr 2019 weitere 22 Nisthilfen in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Schwarzwald-Baar und Waldshut errichtet. Von April bis Juni 2020 konnten in diesem Gebiet 18 Häuser installiert werden, im Jahr 2021 kamen erneut 8 weitere Nisthilfen hinzu. Auch im Mai diesen Jahres wurden 6 neue Wildbienenhäuser aufgestellt, wodurch die Zahl der von der Stiftung und dem Institut finanzierten Nisthilfen im südlichen Schwarzwald auf mittlerweile 66 Exemplare angewachsen ist. (Stand 11.7.2022).

 

Sollten Sie in den Gemeinden Biederbach, Breitnau, Buchenbach, Eisenbach, Elzach, Friedenweiler, Furtwangen, Glottertal, Gütenbach, Gutach, Hinterzarten, Horben, Kirchzarten, Lenzkirch, Oberried, Simonswald, St. Märgen, St. Peter, Stegen, Titisee-Neustadt, Waldkirch und Winden inklusive der zugehörigen Ortsteile wohnen, über geeignete landwirtschaftliche Flächen verfügen und zudem Interesse an unserer Maßnahme haben, würden wir uns für die nächste Aufstellungsphase über eine Kontaktaufnahme Ihrerseits via Mail freuen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Unser Wildbienenprojekt in der Presse:

Südkurier

Badische Zeitung

Dr. Johannes Christian Linnemann